Workflows
Die meisten fangen beim Prompt an. Sie suchen den perfekten Satz, kaufen Prompt-Sammlungen, testen Formeln aus dem Netz. Und wundern sich, warum die Ergebnisse trotzdem austauschbar sind.
Der Prompt ist die letzte Stufe. Nicht die erste.
Die Reihenfolge lautet: erst Kontext, dann System, dann Prompt. Wer sie umdreht, optimiert an der Stelle, die am wenigsten bringt.
Ein Prompt ist eine Anweisung für eine einzelne Aufgabe. Er sagt der KI, was sie tun soll. Er sagt ihr nicht, wer du bist, für wen du arbeitest und was bei dir als gut gilt.
Deshalb trägt ein Prompt allein nicht weit. Ohne Material wird das Ergebnis allgemein. Ohne festen Ablauf wird es jedes Mal anders.
Prompts ohne Kontext zu optimieren ist wie ein Briefing an eine Agentur, die deine Firma nicht kennt. Mit jedem Satz wird es genauer. Aber nie deins.
Kontext ist alles, was die KI braucht, um wie jemand aus deinem Team zu arbeiten. Dein Angebot, deine Kunden, dein Ton, deine besten Beispiele.
Ohne Kontext rät die KI. Mit Kontext arbeitet sie. Wie du ihn aufbaust und so ablegst, dass er dir gehört und nicht einem Anbieter, steht in Dein Second Brain gehört dir.
Der Test ist einfach: Könnte eine neue Mitarbeiterin mit diesen Unterlagen am ersten Tag einen brauchbaren Entwurf schreiben? Wenn nicht, kann es die KI auch nicht.
Ein System ist eine feste Abfolge für eine Aufgabe, die immer wiederkommt. Was geht rein, welche Schritte folgen, woran erkennst du Qualität, was geht raus.
Ein Beispiel, das Angebot nach dem Erstgespräch:
Das ist kein Prompt. Das sind fünf Schritte, in denen kleine Prompts stecken. Und genau deshalb kommt jedes Mal ein Angebot auf demselben Niveau raus. Mehr dazu, wie aus Werkzeugen ein Ablauf wird, steht in Zu viele Tools, zu wenig System.
Wenn Kontext und System stehen, wird der Prompt fast langweilig. „Schreib das Angebot nach unserer Vorlage auf Basis der Zusammenfassung.“ Fertig.
Kein Prompt über vierzig Zeilen, keine Tricks, keine Rollenspiele. Die Arbeit steckt in den beiden Stufen davor.
Das erklärt auch, warum gekaufte Prompt-Sammlungen so oft enttäuschen. Sie versuchen, Kontext und System durch Worte zu ersetzen. Das geht nicht. Ein Prompt kann nur abrufen, was vorher da ist.
Jeder dieser Punkte heißt dasselbe: Du optimierst auf der falschen Stufe.
Nimm eine Aufgabe, die du jede Woche machst. Nur eine.
Schreib zuerst den Kontext dafür auf. Eine Seite: Was muss die KI wissen, um diese Aufgabe für dich zu erledigen? Dann legst du die Schritte fest: rein, durch, geprüft, raus. Erst danach formulierst du die Prompts für die einzelnen Schritte.
Nach zwei Wochen weißt du, ob es trägt. Dann kommt die nächste Aufgabe.
Prompts sind austauschbar. Dein Kontext und dein System nicht. Die beiden sind das, was du aufbaust. Der Prompt ist nur der Schalter, der es anwirft.
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